Pressemitteilungen

Sehr geehrte MedienvertreterInnen,

auf der nachfolgenden Seite finden Sie aktuelle Presse-/ Medienmitteilungen des BUND Erfurt. 
Auf ältere Meldungen können Sie im Archiv für Pressemitteilungen zugreifen. 

Demonstrationen: 320.000 fordern Aus für CETA und TTIP - Klares Signal an SPD-Parteikonvent und EU-Handelsministerkonferenz

+ 70.000 in Berlin + Hamburg 65.000 + Köln 55.000 + Frankfurt am Main 50.000 + Leipzig 15.000 + Stuttgart 40.000 + München 25.000

Mehr als 320.000 Menschen haben am heutigen Samstag bundesweit gegen CETA und TTIP demonstriert. Wenige Tage vor der EU-Handelsministerkonferenz am 23. September in Bratislava trugen die Bürgerinnen und Bürger ihren Widerstand gegen die geplanten Freihandelsabkommen der EU mit Kanada und den USA in sieben deutschen Städten auf die Straße. In Berlin demonstrierten 70.000 Menschen, in Hamburg waren es 65.000. in Köln 55.000, in Frankfurt am Main 50.000, in Leipzig 15.000, in Stuttgart 40.000 und in München 25.000. Die Erwartungen der Organisatoren wurden damit deutlich übertroffen.

„Heute haben 320.000 noch einmal bekräftigt: Die Bundesregierung muss endlich die Notbremse ziehen und das Nein der Bürgerinnen und Bürgerinnen zu CETA und TTIP respektieren", erklärten die Organisatoren. „Beide Abkommen schaffen eine konzernfreundliche Paralleljustiz, beide sind eine Gefahr für die Demokratie, für Sozial- und Umweltstandards und die öffentliche Daseinsvorsorge, beide müssen gestoppt werden. CETA bedeutet TTIP durch die Hintertür. Die Bürgerinnen und Bürger wissen das.“

Das Bündnis fordert, die Verhandlungen zu TTIP offiziell zu beenden und CETA weder zu ratifizieren, noch anzuwenden. Das Abkommen mit Kanada dürfe in keinem Fall vorläufig angewendet werden, bevor die nationalen Parlamente darüber abgestimmt haben.

Der breite Protest ist aus Sicht der Organisatoren auch eine Botschaft an die Delegierten des am Montag nicht-öffentlich tagenden SPD-Parteikonvents, bei dem SPD-Chef Sigmar Gabriel sich sein Ja zu CETA inklusive einer vorläufigen Anwendung des Abkommens absegnen lassen will. 

Zu den sieben Demonstrationen aufgerufen hatte ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis von bundesweit mehr als 30 Aktivistennetzwerken, Wohlfahrts- und Sozialverbänden, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Globalisierungskritikern, Jugendverbänden, Gewerkschaften, kirchlichen und entwicklungspolitischen Organisationen sowie Organisationen für  Bürgerrechte, Kultur und nachhaltige Landwirtschaft. Dazu kommen hunderte Organisationen auf regionaler Ebene. 

Kontakt: 
Kathrin Ottovay (TTIP-Demo-Büro, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Tel: 030 810560257  Mobil: 01520 6788920
Email: ottovay[aet]ttip-demo.de

Demonstration für einen gerechten Welthandel: 15.000 demonstrieren in Leipziger Innenstadt

Gemeinsame Pressemitteilung vom 17. September 2016

Am 17. September sind in Leipzig trotz widriger Witterungsbedingungen 15.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für einen gerechten Welthandel und gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP zu demonstrieren. Die OrganisatorInnen der Demonstration zeigten sich begeistert über die große Anzahl Menschen, die die Erwartungen weit übertroffen haben, aus vielen Regionen, die ein vielfältiges, buntes und zu allen Zeiten friedfertiges Zeichen gegen den Transatlantischen Freihandel gesetzt haben.

Insgesamt sind in den sieben Städten – neben Leipzig sind das Stuttgart, München, Köln, Frankfurt/Main, Hamburg und Berlin – rund 320.000 Menschen für einen gerechten Welthandel unterwegs gewesen. In Leipzig hatte neben dem bundesweiten Trägerkreis ein vielfältiges Bündnis aus 16 mitteldeutschen Organisationen sowie diversen regionalen Initiativen und Unterstützenden – darunter auch Vereinigungen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen – zu der Demonstration aufgerufen.

Kurz vor dem SPD-Parteikonvent am 19. September in Wolfsburg und dem entscheidenden Treffen des EU-Handelsministerrats am 22. und 23. September in Bratislava, haben wir mit der Demonstration ein starkes Zeichen für einen gerechten Welthandel gesetzt. Unser Ziel ist es, mit dem Protest einen Stopp der Verhandlungen und die Nichtratifizierung von CETA im Bundestag und Bundesrat zu erwirken.

"Wir als Gewerkschaft ver.di sehen die Gefahr, dass durch CETA, TTIP und Co. die Rechte der Beschäftigten in einem unvorstellbarem Maße ausgehebelt werden.“, sagt Ines Kuche, Geschäftsführerin von ver.di Leipzig-Nordsachsen und fügt hinzu: „Diese Abkommen bedrohen die Demokratie im Land und auch in den Betrieben. Letztendlich kann und wird dies dazu führen, dass Mitbestimmung, Internationale Arbeitsnormen und die Einhaltung von Tarifverträgen als Handelshemmnisse eingestuft werden."

Prof. Dr. Felix Ekardt, Landesvorsitzender des BUND Sachsen e.V., kommentiert die Demonstration aus Sicht des Natur- und Umweltschutzverbandes: „Die Teilnehmerzahlen zeigen, wie besorgt die Menschen auch in Sachsen auf die möglichen Folgen von CETA und TTIP schauen. Denn CETA und TTIP machen einen besseren Umweltschutz auf beiden Seiten des Atlantiks noch unwahrscheinlicher – sie drohen vielmehr den Wettlauf um die billigsten und schwächsten Umweltstandards zu verstärken, um sich im Freihandel gegenüber der jeweils anderen Seite zu behaupten. Und bei diesem Wettlauf gibt es am Ende einen großen Verlierer: die Natur und Umwelt. Und dass wir diese mögliche Niederlage nicht hinnehmen wollen, haben wir heute gezeigt.“

.„Auf die Verschärfung der Armut in den Ländern des Südens, die schon jetzt nicht mehr mit den niedrigen Preisen mithalten können", verweist Christine Müller, von der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens. Diese Situation erfordert das Einstehen für eine globale Solidarität und eine gerechte Welthandelsordnung, jenseits von kapitalistischer Marktlogik weltweit.

 

Wir sind das mitteldeutsche Bündnis gegen CETA und TTIP:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), attac, BUND, BUND-Jugend, DGB, ENS - Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V., Evang.-Luth. Landeskirche, GEW-Jugend, Konzeptwerk Neue Ökonomie, Mehr Demokratie, Meine Landwirtschaft Sachsen, NaturFreunde, oikos Leipzig e.V., Paritätischer Wohlfahrtsverband, ver.di, Volkssolidarität, WWF-Jugend, Demobündnis Halle, Demobündnis Dresden, Bündnis Erfurt TTIP-frei, Jugendbündnis (Leipzig), Netzwerk Vorsicht Freihandel! (Leipzig)


Weitere Informationen:
www.ttip-demo.de/bundesweiter-demo-tag/leipzig

Pressefotos ab 15:00 Uhr:
www.flickr.com/photos/114815285@N06/albums/72157672713199996

Rückfragen richten Sie bitte an Herrn Maximilian Becker (oikos Leipzig e.V.)
Telefon: 0176 47 339 599; maximilian-becker@posteo.de

Die OrganisatorInnen unterstreichen den transatlantischen Charakter ihres Protestes und distanzieren sich deutlich von nationalistisch motivierter Freihandelskritik. Das Bündnis versteht sich als zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss in dem alle willkommen sind – außer Bewegungen, Parteien, Organisationen und Vereine, die rassistische, antiamerikanische und nationalistische Tendenzen aufweisen. Diese sind auf der Demonstration ausdrücklich nicht willkommen. Denn die UnterstützerInnen der Demonstration eint in all ihrer Vielfalt etwas sehr Grundsätzliches: die Sorge um unsere Demokratie und unseren sozialen Rechtsstaat.

Fledermäuse hautnah: Stadtsafari am 16.09.16

Im Rahmen der diesjährigen Stadtsafari, welche vom BUND Thüringen mit den Partnern Stiftung FLEDERMAUS und NABU organisiert wird, haben Sie bei unserer alljährlich stattfindenden Fledermausnacht wieder die Möglichkeit, Fledermäuse hautnah zu erleben. Die Stiftung FLEDERMAUS erklärt am kommenden Freitag ab 20.00 Uhr hinter der Krämerbrücke am öffentlichen Fledermausdetektor anschaulich das Leben der Fledermäuse. Mit Hilfe von Fledermausdetektoren kann man sie auf ihren nächtlichen Beutezügen belauschen. Mit ganz viel Glück gelingt es den Veranstaltern eine Fledermaus in einem speziellen Netz zu fangen und man kann diesen heimlich lebenden kleinen Flugkünstlern mal ganz nah kommen, bevor sie wieder in die Nacht davon fliegen. Außerdem gibt es Bastel-Angebote und Informationsmaterial für Kinder und alle Fledermausfreunde.

BUND Erfurt und BI Stadtbäume statt Leerräume retten die zwei alten Bäume an der Rathausbrücke und starten Pflanzungen von neuen "Zukunftsbäumen".

Erfurt, den 21.April 2016

Der Vorstand des BUND Erfurt hat als Mitglied der BI am Dienstag noch einmal die Argumente der Mehrheitsauffassung der BI beraten und entschieden, die noch verbliebenen zwei Großbäume an der Baustelle Rathausbrücke zu retten. In Erfurt hat der BUND bereits viele erfolgreiche Kampagnen für die Rettung von alten Bäumen geführt. Viel wurde gemeinsam für und mit den Bürgerinnen und Bürgern erreicht. Sei es die Rettung der Kastanien im kleinen Venedig, die Erhaltung einer danach sogar unter Naturschutz gestellten alten Baumallee in Molsdorf, oder nun das monatelange zähe Ringen um den Erhalt der Bäume an der Krämerbrücke. Auch wenn die ökonomischen Argumente aus Sicht des Vorstandes eigentlich dagegen stehen, werden die Bestandsbäume erhalten.

Ein Naturschutzverband, wie der BUND, muss sich alle Aspekte der Nachhaltigkeit bei seinen Entscheidungen ansehen. Viele Argumente sprechen für die Verwendung der kompletten Summe aus dem Baumkonto mit 300.000 € für Neupflanzungen auf dem Stadtgebiet. Insbesondere die langfristig zu betrachtenden ökologischen Wirkungen für den Klimaschutz, die sich aus einer massiven Neuanpflanzung mittels  der gesamten Summe in der Stadt ergeben hätten, standen der aufwendigen Änderung beim Brückenbau entgegen. Aber wir wollen mit der nun endgültigen Entscheidung, neben dem Abwägen  des kurz- und langfristigen ökologischen Nutzens vor Ort und im Vergleich zur gesamten Stadt auch den sozialen Aspekten dieser Entscheidung neu Rechnung tragen. Wer so lange mit vielen Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt der Bäume und mehr Mitbestimmung in Erfurt gekämpft hat und weiterhin kämpfen wird,  der kann diese geretteten Bäume dann als sichtbares Symbol für die Möglichkeiten einer engagierten Bürgerschaft stehen lassen. 

Die drei Sprecher der BI werden also gegenüber der Stadt übereinstimmend erklären, dass sie das Nachtragsangebot für eine konstruktive Lösung zur möglichen Rettung der beiden verbliebenen, brückennahen Großbäume an der Rathausbrückenbaustelle zu den Kosten von rd. 160.000 € annehmen werden. Diese Mehrkosten in eine alternative Brückenkonstruktion gehen zulasten des 300.000 € umfassenden Baumkontos, das die BI vom Verwaltungsgericht am 25.11.2015 in einem Vergleich zugesprochen bekommen hat.  

Das verbleibende Geld aus dem Vergleich, ca. 140.000 €, wird in die Neuanpflanzungen von ca. 50-70 jungen "Zukunftsbäumen" in Erfurt genutzt. "Zukunftsbäume" stehen für uns symbolisch   als Investition in die Zukunft unserer Stadt. Für ein grünes Wachstum, dass auf dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger fußt.

Für die Umsetzung dieser Neuanpflanzungen, natürlich in guter Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachämtern der Stadtverwaltung Erfurt (ebenfalls Bestandteil des Vergleiches), wird ein „Baumpflanzbeirat“ gegründet, der mit Fachleuten besetzt werden soll. Ferner  sucht der BUND Erfurt und die BI Rathausbrücke ab sofort interessierte Baumpaten, die sich für die Pflege und den Schutz der neu zu pflanzenden Bäume längerfristig engagieren wollen. "Jeder dieser neuen Bäume wird natürlich einheimisch und auf die zu erwartenden Veränderungen des Klimas angepasst sein. Beide Maßnahmen werden ein ganz direktes Symbol für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt sein. Je mehr Baumpaten sich finden, desto höhere Überlebenschancen haben die "Zukunftsbäume" und desto mehr Geld können wir in der jährlichen Pflege einsparen und in die Pflanzung neuer junger Bäume investieren", sagt Robert Bednarsky, der Vorsitzende vom BUND-Erfurt. Dies hat auch einen langfristigen ökologischen und gestalterischen Nutzen für die Anwohner: Bäume filtern Feinstaub, geben Feuchtigkeit an die Luft ab, produzieren Sauerstoff, binden Kohlendioxid, spenden Schatten und schaffen durch ihre Schönheit mehr Lebensqualität in der Stadt. Wer sich um einen der neuen Bäume kümmern möchte, wendet sich bitte an  bund.erfurt@bund.net. Für jede Pflanzung wird ein feierlicher Anlass gefunden. 

 

Kontakt für Rückfragen: Robert Bednarsky, Vorsitzender BUND Erfurt, 0171-5825104, bund.erfurt@bund.net

Mahnwache des offenen Anti-Atom-Bündnisses Erfurt anlässlich des fünften Jahrestages der Atom-Katastrophe in Fukushima

Wann: am 11.März 2016 von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr

Wo: auf dem Angerkreuz in Erfurt 

Das offene Bündnis wird getragen von:  Offene Arbeit Erfurt, Naturfreundejugend Erfurt, Grüne Jugend Thüringen und BUND-, Attac-Erfurt sowie dem Verein Kinderhilfe Tschernobyl Erfurt e.V..

Der Verein betreut jährlich Kinder u. Jugendliche aus dem Katastrophengebiet um Tschernobyl in Erfurt. Er zeigt z.Zt. zusammen mit dem Naturkundemuseum der Landeshauptstadt in Erfurt eine Sonderausstellung „30 Jahre Super-Gau. Schöne Heimat Weiß-Russland?“ (vgl. http://www.natur-kundemuseum-erfurt.de/ausstellungen/wechselausstellung/ aktuelle-wechselausstellung/).

Vor fünf Jahren sahen die Fernsehzuschauer in aller Welt das Unmögliche: Ein Kernkraftwerksblock nach dem anderen explodierte im Hochtechnologieland Japan. War der Tschernobyl-Unfall am 26. April 1986 in einem rückständigen Land (Ukraine; ehemals UDSSR) passiert, so diesmal bei einem Technologieführer, deshalb zerbrach hier der besondere Mythos der Atomlobby von der sauberen, beherrschbaren Technologie zum Wohlstand aller und angeblich ohne Umweltbelastung.

Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Auch fünf Jahre später müssen noch immer die drei durchgeschmolzenen Reaktoren  in Fukushima gekühlt werden. Jeden Tag pumpt der Betreiber Tepco hunderte Tonnen Wasser in die Gebäude, um zu verhindern, dass die geschmolzenen Reaktorkerne wieder zu reagieren beginnen. Wo genau sich die Kerne befinden, weiß niemand.  Tausende Wasserbehälter mit kontaminiertem Wasser stehen auf dem Gelände des ehemaligen AKW-Fukushima. Für die kontaminierten Trümmerteile und die freigelegten Brennelemente im Abklingbecken gibt es natürlich noch keine Endlagerstätten.

Wie in Deutschland nicht für die abgebrannten Brennelemente und den Rückbau der Reaktortechnik und Gebäude der abgeschalteten AKWs. Z.Zt. sucht in Deutschland  eine wissenschaftliche Expertenkommission  nach geeigneten, unterirdischen Lagerstätten, die absolut dicht für die radioaktiven Abfälle sein sollen. Die Schachtanlage Asse in Niedersachsen, ein ehemaliges Salzbergwerk, das leicht radioaktive Abfallbehälter aufgenommen hat, und nun langsam mit Grundwasser vollläuft, zeigt uns, dass es physikalisch absolut dichte Behälter nicht gibt. Auch Thüringen ist mit möglichen Standorten für die Endlagerung von radioaktivem Müll ins Gespräch gekommen, berichtete der MDR (vgl. www.mdr.de/thueringen/atom-endlager-studie100.html):

Das Thüringer Becken mit seinen tiefen Granitfelsschichten unterhalb von Salzschichten, hier die Gebiete zwischen Nordhausen und Duderstadt, ebenso nördliches und westliches Mühlhausen und der Raum Arnstadt und Stadtilm wurden genannt. Das Anti-Atom-Bündnis wendet sich nicht nur gegen diese Standorte, sondern fordert angesichts der vielen ungelösten Probleme der Kernenergietechnik ein sofortiges Abschalten aller Kernkraftwerke in Deutschland, ja in ganz Europa.

Gerade in jüngsten Tagen hören wir von vertuschten Beinahe-Katastrophen im AKW-Fessenheim (Frankreich) an der Deutschen Grenze und Ärzte  der Stadt Aachen warnen vor den möglichen Folgen eines Super-Gau aus dem störanfälligen AKW-Tihange im grenznahen Belgien. In drei Stunden könnte bei entsprechender Windrichtung die radioaktive Wolke in Aachen sein und nur Jodtabletten zu bevorraten, wird in einen Katastrophenfall mit Panik-u. Fluchtbewegungen ungeahnten Ausmaßes nicht ausreichen. Das ist keine angemessene Katastrophenschutzvorsorge.

Das Anti-Atom-Bündnis von Erfurt fordert ebenso den schnellstmöglichen Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft. Spätestens bis 2025, damit die Klimaschutzziele der Pariser Beschlüsse von Dezember 2015 auch wirklich erreicht werden können.  Auch dafür hält das Bündnis seine Mahnwache am 11. März ab.

Kontakt:                                                                                                                                              

1.BUND Erfurt - Robert Bednarsky (bednarsky@posteo.de); Tel: 0171/58 25 104 104    

2.Offene Arbeit Erfurt – Renate Lützkendorf (r.luetzkendorf@web.de ); Tel: 017688100434

 

 

Akteneinsicht zur Genehmigung der Hühnermastanlage wirft Fragen auf!

Erfurt, 27.01.2016

Gemeinsame Pressemitteilung der BI „Schwerborn kämpft“ und des BUND Stadtverband Erfurt

Nach Erteilung der Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Hühnermastanlage in Erfurt-Schwerborn am 10.09.2015 wurde von der Bürgerinitiative "Schwerborn kämpft" gemeinsam mit dem BUND, ein Anwalt beauftragt, um volle Akteneinsicht zu den Genehmigungsgrundlagen und deren Begründung zu erhalten. Es wurde Widerspruch gegen die Genehmigung eingelegt. 
Zuvor hatten schon die Ratsfrau Katrin Gabor, von der Stadtfraktion B90/Die Grünen, und der BUND Stadtverband Erfurt versucht, Akteneinsicht zu erhalten. Am 10.09.2015 wurde zuerst bedingt und dann erst nach einem Widerspruchsverfahren voll am 21.12.2015 Einsicht in die Genehmigungsunterlagen gewährt. Nach der intensiven Durchsicht und Bewertung der vorgelegten Akten ergeben sich einige vielversprechende Ansatzpunkte, um gegen die Genehmigung vorzugehen:

  • Bei den Inhalten des Prüfschemas zur Umweltverträglichkeitsprüfung nach § 3c UVPG gibt es Lücken und divergierende Auffassungen zwischen der Genehmigungsbehörde und der BI / dem BUND.
  • Auflagen zur Tierrettung im Brandfall wurden vom Antragsteller in der Anhörung zur Genehmigung als nicht durchführbar abgelehnt, die Genehmigung jedoch trotzdem erteilt.
  • Die Privilegierung der Hühnermastanlage als landwirtschaftlicher Betrieb nach §§ 35 und 201 BauGB steht in Frage, weil die Futtermittelbedarfsermittlung des Antragstellers unvollständig bzw. fehlerhaft ist und die landwirtschaftlichen Flächen zur Futtermittelerzeugung  nicht vollständig nachgewiesen sind. Darüber hinaus wurde vom Landwirtschaftsamt Sömmerda bestätigt, dass die angegebenen Pachtflächen nicht langfristig durch Pachtverträge mit der geforderten Laufzeit von mehr als 12 Jahren abgesichert sind. Der Antragsteller gab der Genehmigungsbehörde jedoch an, nur Pachtverträge mit über 18 Jahren Laufzeit zu besitzen.

Dies sind nur die wichtigsten Widersprüche, Punkte, bei denen die Bürgerinitiative und der BUND Erfurt berechtigte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Genehmigung haben. Die z.T. noch fehlenden Daten zum Nachweis der Privilegierung müssen also vom Umweltamt zur weiteren Einsicht und Prüfung vorgelegt werden. Dies wird der Anwalt einfordern. Danach entscheiden die Bürgerinitiative und der BUND Thüringen e.V., ob weiter gegen die Genehmigung vorgegangen werden soll. Alle Zeichen bzw. erkannten Defizite sprechen dafür.

Unterstützung in unserem Kampf gegen die Errichtung der Mastanlage erhielten/erhalten wir durch schon zahlreich eingegangene Spenden. Hierfür möchten wir uns an dieser Stelle bedanken und gleichzeitig alle Gegner von Massentierhaltungsanlagen aufrufen:

Spenden Sie bitte weiterhin, denn unser Kampf ist noch nicht vorbei.

Unseren Spendenbrief finden Sie auf der Internetseite www.schwerborn-kaempft.de und bei Facebook unter: Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“
Wie und Wo Sie spenden können Sie, finden Sie hier.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch die Tatsache, dass die Evangelische Kirche in Mittel-deutschland derzeit ihr Pachtvergabeverfahren überprüft. Hier können alle interessierten Bürger auf einem Formular zu den aktuellen und zukünftigen, neuen ökologisch ausgerichteten Verpachtungs-regelungen des Vergabeverfahrens Stellung beziehen (vgl. www.pachtvergabe-ekm.de). Dies haben wir als Bürgerinitiative natürlich genutzt, um einen Großverpächter, wie die Kirche, auf die Problematik der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Dem Betreiben solcher Anlagen könnte auch von dieser Seite in Zukunft entgegen gewirkt werden. Denn zukünftigen Pächter, die „eine artgerechte und zertifizierte Tierhaltung“ durchführen wollen, werden im Wettbewerb mehr Punkte im Bieterverfahren erhalten, als jene, die bei der klassischen Massentierhaltung verbleiben wollen, so steht es im diesbezüglichen Kriterienentwurf der EKM. Vielleicht auch Rückenwind von unerwarteter Seite für die BI?

Quelle EKM/: Evaluation des Pachtvergabeverfahrens in der EKM vgl.    http://www.ekmd.de/kirche/landessynode/evaluationpachtvergabe/ bzw.
http://www.ekmd.de/attachment/aa234c91bdabf36adbf227d333e5305b/7c0c244f536d4373a49df440e5e1d5d1/ds_11-3_pacht.pdf

Als Ansprechpartner stehen Ihnen von der Bürgerinitiative „Schwerborn kämpft“ der Sprecher:
Klaus Hafermann, Am Kirschberg 38, 99095 Erfurt, Mail: info@schwerborn-kaempft.de sowie von BUND Stadtverband Erfurt der Vorsitzende:
Robert Bednarsky, Trommsdorffstr.5, 99084 Erfurt, Mail: bund.erfurt@bund.net Tel.: 0361-5550345 /Fax: 0361-5550319 gern zur Verfügung.